Neulich vor dem Fressnapf

Das Bild trügt. Es spiegelt nicht die Begebenheiten des heutigen Tages wieder, sondern wurde in einem gütigen Moment aufgenommen.

Die „Herrscherin über alles“ kam mir mit einem finsteren Blick entgegen. Zuvor hatte ich auf den Bildschirm geschaut und sie nicht bemerkt. Ich fragte sie höflich, was anstünde. Der mir zugeworfene Blick nahm die Freundlichkeit nicht auf – was er genau ausdrücke, gebe ich hier lieber nicht wieder, denn ich habe das Blog als kinder- und jugendfrei deklariert.

Nach der Präsentation des Futters im Futternapf nahm ich an, dass ich meine Schuldigkeiten erfüllt hätte, der Blick sagte mir etwas Anderes – auch das gebe ich mal lieber nicht wieder. Es fehlte auf dem Nassfutter im Topf das Topping oben drauf. Dieses hat aus einer kleineren, nicht zu großen Menge Trockenfutter zu bestehen. Hätte ich eigentlich wissen müssen, war mir entfallen, wofür ich mich dann auch entschuldigte. Die „Herrscherin über alles“ nahm ihr Essen ein; ohne eines weiteren Blickes für mich verschwand sie zum Verdauungsschlaf.

Das Leben als Stubentigerinnensklave ist hart, in den Augen der „Herrscherin über alles“ gerecht, aber manchmal doch nur schwer zu ertragen.

Töpfe

Viele Jahre, genau genommen 11 ½ Jahre, gab es in den Küchenschränken eine fest gefügte Ordnung. Man(n) konnte auch im müden Morgenkopf alles finden. Seit einiger Zeit gesellte sich eine Spülmaschine in die Küchenzeile. Nun war es eigentlich nicht mehr sinnvoll, dass die Töpfe genau in der Schublade stehen, die sich in einem 90 Grad Winkel zur Spülmaschinenklappe befindet.

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Beim Ausräumen der Spülmaschine musste man die Töpfe immer zwischenlagern, bis man die Spülmaschinenklappe wieder schließen und die Töpfe dann an ihrem angestammten Platz verstauen konnte. Ein Wechsel der Töpfe zur anderen Seite der Küchenzeile wäre möglich und sinnvoll gewesen, kam aber dann immer wieder aus dem Sinn, so tat sich nichts. Vier Schubladen wären betroffen gewesen, zum Teil mit einer Unmenge Kleinkram gefüllt. Ein schier unüberwindbares Hindernis.

Nun hat die gute Fee des Hauses die Schubladen umgeräumt. Toll, das Ausräumen der Spülmaschine gestaltet sich doch wesentlich flüssiger. Schwierig wird jetzt das frühmorgendliche Hantieren mit den Töpfen, zum Beispiel um sich ein Ei zu kochen. Für mein unwaches Gehirn stehen die Töpfe wohl die nächsten 11 ½ Jahre noch genau da, wo sie schon die letzten 11 ½ Jahre gestanden haben; aller Realität zum Trotz.

 

Die Verschwendung des Tageslichts

„Wenn einige der Stunden verschwendeten Sonnenlichts vom Anfang des Tages abgezogen und seinem Ende hinzugefügt werden könnten, wie viele Vorteile würde das allen bringen, vor allem jenen, die, wenn das Licht es gestattet, all ihre nach Erledigung der täglichen Pflichten verbleibende Zeit im Freien verbringen.“
So argumentierte der Bauunternehmer William Willett in dem Pamphlet „Die Verschwendung des Tageslichts“ im Jahre 1907. Er war damit einer der Vorreiter für die Einführung der Sommerzeit, zu der es dann 1916, also genau vor 100 Jahren, zum ersten Mal kam. Die Umstellung war weniger die direkte Folge auf Willetts Pamphlet, sondern aus der Not des Krieges heraus geboren und wurde drei Jahre später wieder kassiert.
Die Russen, besser gesagt, die Verantwortlichen in der Sowjetunion, haben das einzig Richtige getan, sie haben die Uhren 1930 vor- und nie wieder zurück gestellt.
1940 hat Deutschland sie dann erneut, wiederum aus Kriegs-Energieeinspargründen, eingeführt und 1949 wieder abgeschafft. 1980 dann führte sie Westdeutschland „endgültig“ ein, diesmal mit Blick auf die DDR und auf die anderen Länder in der EU und bis dato haben wir sie beibehalten. Warum bis heute keiner die Kraft hatte, es den Russen gleich zu tun und die eigentlich energetisch unsinnige Winterzeit abzuschaffen, lässt sich wohl kaum erklären. Hier könnte Europa sicherlich mal ein sinnvolles regulierendes Zeichen setzen.
Jeden Vorabend kommen wir nun in einen tiefschwarzen Himmel nach Hause. In den meisten Büros brennt am Morgen, manchmal den ganzen Tag über, eh das Licht, es gibt dort kaum eine Einsparung. Am Nachmittag würden wir es jedoch zu Hause eine Stunde später einschalten, wäre es draußen noch hell, das wäre dann eine Einsparung.
Am vergangenen Wochenende habe ich sorgsam alle Uhren, an denen ich im Haus vorbei gelaufen bin, umgestellt. Nur eine nicht: meinen Lichtwecker. Gemerkt habe ich es erst vorhin, als ich im Auto saß und im DLF kein Fünf-vor-Sieben-Interview kam – es war auch erst 5:55, wie die Autouhr anzeigte. So fixiert bin ich bei meinen morgendlichen Roboterroutinen, dass ich nur auf den Minutenzeiger fixiert bin. Er gibt den Rythmus vor, in dem mich der Autopilot durch die Wohnung manövriert – der kleine Zeiger interessiert gar nicht. Soviel zur selektiven Wahrnehmung.
Schmunzeln musste ich eben, als sich am Bahnhof doch der ein oder andere Mitreisende einfand, der sonst, so wie ich üblicherweise auch, eine Stunde später fährt. Gestern war hier in Rheinland-Pfalz mit Allerheiligen ein Feiertag. Den Montag, als Brückentag, hatten sich viele, wie ich auch, frei genommen, sodass das böse Erwachen (im wahrsten Sinne des Wortes) erst heute Morgen einsetzte.
Dafür genieße ich grade den Sonnenaufgang während der Zugfahrt – wenigstens ein bisschen Entschädigung. Aber das Licht im Zug brennt natürlich dennoch. 🙂
Ich werde am Rhein vorbei ins Büro gehen, dort bietet sich dann ein schönes Tagesaufgangspanorama.

Mac-Spezial

Vor einiger Zeit bin ich auf ein MacBook umgestiegen. Etwas eigenartig sind ja beide Systeme, sowohl Windows als auch Mac. Grade vor ein paar Tagen gab es einen Update des Betriebssystems. Das neue Mac OS, das auf den Namen „Sierra“ hört, mag Programme nicht mehr, deren Verfasser es nicht identifizieren kann. Früher konnte man eine entsprechende Auswahl in den Sicherheitseinstellungen auswählen. Es ist auch nicht so, dass das nicht mehr geht, nur ist es erst mal für den Anwender nicht sichtbar. Erste wenn man in die Befehlszeilensystematik rein geht, kann man es mit dem Befehl

sudo spctl –master-disable

wieder sichtbar machen.

Eigentlich bin ich nicht zu Linux gegangen, weil ich keine Lust habe, mich mit Befehlszeilen rumzuschlagen. Dass ich jetzt bei Apple das gleiche Manöver durchführen darf, ist schon doof. Ich mag einfach nicht ständig beim Thema Sicherheit bevormundet werden.

November

Da ist er nun, der November. Gestern noch „Goldener Oktober“ in Reinform, heute Nebel, alles grau. Ich habe den Eindruck, die Natur kennt unsere Erwartung und legt prompt den Schalter um. Eigentlich hatte die Wetterapp noch tolles, sonniges Wetter gemeldet. Aber darauf ist ja auch kein Verlass mehr. Konnte man sich auf Wettervorhersagen je verlassen, eigentlich nicht – oder?

Jedenfalls entspricht hier alles exakt den Erwartungen an einen klassischen Novembertag. Es ist neblig grau, es ist kalt und zum Rausgehen besteht definitiv kein Anlass. Selbst der Hund verkneift sich irgendwelche Anstalten, dass es nach draußen gehen soll.

So knuddelt hier jeder vor sich hin. Amazon bietet manchmal genau so eine gute Ablenkung wie irgendeine elektronische Zeitung. Was kaufen kann man ja immer. Und sei es das fünfte Armband für die Sportuhr.

Dass hier in Rheinland-Pfalz der 1. November ein Feiertag ist, gestaltet die Ablenkung von der trübsinnigen Stimmung nicht einfacher. So bleibt nur der Weg auf´s Sofa und die Zeit, sich ein paar Gedanken um den nun anstehenden Winter zu machen.